Vorratsdatenspeicherung in der Telekommunikation
Der Prozess der Vorratsdatenspeicherung in der Telekommunikation bezeichnet die Speicherung von Verbindungsdaten und Teilnehmerdaten für einen gesetzlich festgelegten Zeitraum von mehreren Monaten. Die Polizei und andere autorisierte Behörden betrachten den Zugriff auf diese Daten als wichtiges Instrument bei der Aufklärung von schweren Straftaten und zur Bekämpfung von Terrorismus. Die Analyse von Vorratsdaten hilft z.B. bei der Identifizierung und Verfolgung von Straftätern oder der Aufdeckung von kriminellen Netzen.
Nationale Gesetze bilden die Grundlage für die Verpflichtung von Telekommunikationsanbietern zur Speicherung von TK-Daten und definieren die Zugriffsrechte von autorisierten Behörden. Mit Blick auf die internationale Zusammenarbeit bei der Terrorismus- und Verbrechensbekämpfung wurden 2006 die wesentlichen Anforderungen in der EU-Direktive 2006/24/EC europaweit harmonisiert.
In Deutschland sind die Anbieter von Telekommunikationsdiensten seit 2008 (ISPs seit 2009) verpflichtet, Verbindungsdaten für die Dienste Telefonie (Festnetz, Mobilfunk, VoIP), E-Mail und den Internetzugang für sechs Monate auf Vorrat zu speichern. Auskunftsersuchen von autorisierten Behörden sind gemäß TKG §113 unverzüglich zu beantworten. Detailliert technische Anforderungen stehen zum heutigen Zeitpunkt noch aus, werden aber in einer technischen Richtlinie der Bundesnetzagentur definiert.
Für Netzbetreiber und Service Provider bedeuten die neuen Vorschriften insbesondere zusätzliche Investitionen in Support-Systeme und in Personal zur Verwaltung der Daten und Behördenanfragen. Offenbar ist es nicht ausreichend, die Speicherdauer von Abrechnungsdaten zu verlängern. Denn die gesetzlichen Anforderungen umfassen auch Daten, die bisher nicht oder nur teilweise zu Abrechnungszwecken aufbewahrt wurden, wie z.B. E-mail-Daten, IP-Adressen, Verbindungsdaten von eingehenden oder nicht erfolgreichen Gesprächen. Zudem sehen sich große Anbieter mit hunderten von Behördenanfragen pro Tag konfrontiert, was eine automatisierte Bearbeitung notwendig macht.
Utimaco adressiert die neuen gesetzlichen Vorgaben und technischen Herausforderungen mit der Einführung eines speziell entwickelten Lösungsportfolios - der Utimaco Data Retention Suite. Utimaco DRS basiert auf Erfahrungen und Technologien von Utimaco LIMS, einem führenden System zur Telekommunikationsüberwachung, welches bei Providern in mehr als sechzig Ländern weltweit im Einsatz ist.